Presse

Interview mit Andree Vranaa (PDF)

RP Online vom 25. Dezember 2015 | 09.57 Uhr: Leverkusen:

Bei Kotterheidt gibt’s zum Fest Weihnachtsbier statt Wein

Sylvia Kotterheidt im Geschäftsraum: Er ist als gemütliche bayrische Stube eingerichtet.
FOTO: Uwe Miserius BERICHT. Peter Korn

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Leverkusen. In vielen deutschen Wohnhäusern werden heute Abend zur Weihnachtsgans die Weinflaschen geköpft. Nicht so bei Kotterheidts in Lützenkirchen. Dort gibt es ein ganz spezielles Weihnachtsbier.

Wenn Armin Kotterheidt und seine Ehefrau Sylvia Urlaub machen, haben sie nicht nur Entspannung im Sinn. Ganz gleich, ob Berge oder See – die beiden Leverkusener sind immer auch detektivisch im Einsatz.

„Wir können nirgends hinfahren, ohne zu prüfen, ob wir nicht eine neue Biersorte auftreiben können“, berichtet Sylvia Kotterheidt. Seit 2008, das Jahr, in dem ihr Schwiegervater starb, kümmert sie sich liebevoll um die treuen Kunden, die das gemütliche Bierspezialitätenstüberl in Lützenkirchen aufsuchen.

„Das Haus der 100 Biere“, wie der Verkaufsraum von Kotterheidts im Volksmund gern genannt wird, ist das Ergebnis eines beruflichen Umwandlungsprozesses, den der Senior einst einleitete, und den sein Sohn Armin und Syilvia mittlerweile seit vielen Jahren fortsetzen.

Von den 60er bis in die 80er Jahre betrieb der Senior den Busbahnhof- Pavillon in Opladen. Im Bierhandel sammelte er Erfahrung, indem er 1970 bis 1975 die Generalvertretung der Tuborg-Brauerei für den Rheinisch-Bergischen Bezirk innehatte. Anfang der 80er Jahre baute Kotterheidt zusätzlich das Bierspezialitätenstüberl in Lützenkirchen auf. Der Geschäftsraum ist als gemütliche bayrische Stube eingerichtet.

Die renommierte Bierspezialitätenhandlung ist unter Kennern weit geschätzt. Deutsche Hausbrauereien, kleine Mikrobrauereien, die bekannten und weniger bekannten belgischen Trappisten-Biere aus den Klöstern – sie gehören ebenfalls zur Angebotspalette, wie im Sherry, Cognac- oder Whiskyfass gereifte Bierspezialitäten aus Deutschland. Besonders viel Spaß hat das Ehepaar, wenn es kleine Kostbarkeiten zufällig entdeckt: Der diesjährige Renner unter den Weihnachtsbieren zählst dazu: Baltic Triple – ein süffiges, gehaltvolles Getränk mit etwas erhöhtem Alkoholwert. „Das gehört beim Weihnachtsbier einfach dazu“, sagt Sylvia Kotterheidt.

Bestes Beispiel: der Pyraser aus Franken. Dieses Bier hat 6,1 Volumenprozent Alkohol und liegt damit etwa 1,2 Prozent über dem Normalwert eines deutschen Standardbieres.

Da Alkohol jedoch ein Geschmacksträger ist, passt das Bier mit den „höheren Umdrehungen“ genau in die kommenden Schlemmer-Festtage. „Beim Rotwein nehmen Sie im Winter ja auch eher einen gehaltvollen Bordeaux als einen leichten Sommerwein“, sagt Sylvia.

Acht Weihnachtsbiere hatte Kotterheidt in diesem Jahr im Angebot -fünf Sorten sind schon ausverkauft. Dennoch: Wer ein außergewöhnliches Geschenk auf den letzten Drücker für einen genussvollen Menschen sucht, ist in Lützenkirchen bestimmt richtig aufgehoben. Die Präsentkörbe kann der Kunde individuell zusammenstellen – oder einfach nur ein Fläschchen Bier für den Hausgebrauch kaufen.
Quelle: RP

Aktuelle Information Leverkusen: Ausgabe 05/15:

Link zum Interview in der Aktuellen Information Leverkusen: 10 Fragen an: Armin Kotterheidt
und zur Bilderstrecke.

| 00.00 Uhr: Leverkusen:

Bierlesung: Von flüssigem Roggen

Literarische Bierverkostung RP vom 20.04.15
FOTO: Uwe Miserius BERICHT: Tobias Falke

Leverkusen. Wussten Sie, dass es einen Brandenburger Bierkrieg gab? Dieser ist auch gar nicht mal so lange her. 2005 entstand ein langjähriger Rechtsstreit zwischen der Klosterbrauerei Neuzelle und der Landesregierung Brandenburg.

Gegenstand der Auseinandersetzung war die Frage, ob das Schwarzbier „Schwarzer Abt“, das traditionell mit rund zwei Prozent Invertzucker gebraut wird und damit gegen das deutsche Reinheitsgebot verstößt, in Deutschland als „Bier“ in den Verkehr gebracht werden darf. Die Klosterbrauerei gewann den Prozess und durfte weiterhin das besondere Bier brauen und verkaufen.

Ohne diesen Erfolg hätten die Gäste der literarischen Bierprobe dieses Gesöff nicht probieren können. Zehn Gäste lauschten den Stimmen von Gastgeber Armin Kotterheidt und Initiator Björn Wagner. Insgesamt wurden zehn Biere vorgestellt, die allesamt mit literarischen Texten untermalt wurden. So gab es zum Beispiel beim erwähnten „Schwarzen Abt“ einen Auszug aus dem Buch „Bier gegen Buch – Zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust“.

Beim Cadolzburger Roggen vom Brauhaus Brandmeier aus Bayern gab es Auszüge von Mikko Rimminens Tütenbierroman: „Bifi entkorkte eine Halbliterflasche Bier. In seiner Geste lag eine bedeutsame und zukunftsgläubige Großartigkeit, es sah ein bisschen so aus, als würde er einen Edelgetränk-Behälter an der Flanke eines vom Stapel laufenden Ozeanriesen zerschellen lassen.“

Es folgten Michael Sailers „Folgen einer Entleerung“, „Die Tante Jolesch“ von Friedrich Torberg und „Der Redakteur“ von Charles Bukowski. Als zum Schluss das „Fluitter“ Bier präsentiert wurde, staunten die Teilnehmer nicht schlecht. Neun Prozent Alkoholgehalt zeigte das Etikett des Bieres, das aus der Bitburger Brauerei für Kloster Mariawald aus Rheinland-Pfalz kam. Passenderweise hieß die finale Lesung „Kein Bier vor vier“ von Bernd Imgrund.

Die Idee einer literarischen Bierprobe kam Björn Wagner vor acht Jahren in Münster. „Lesen und Reisen habe ich von meinen Eltern mitbekommen. Bier trinke ich für mein Leben gerne. Da am 23. April sowohl ‚Tag des deutschen Bieres‘ als auch ‚Internationaler Tag des Buches‘ ist, wollten wir zeitlich angepasst dieses literarische Biervergnügen anbieten“, erläutert der Bierspezialist. Bereits im Vorjahr fand die Bierprobe im Hause Kotterheidt statt. Ein Teilnehmer erinnert sich: „Wenn Armin und Björn passende Auszüge vorlesen, dann fühlt man sich oft in die Situationen hineinversetzt. Gibt es ein irisches Bier, spielt die Geschichte etwa in Dublin. Außerdem ist so ein Abend mal was anderes.“

Rheinische Post vom 15.02.2014

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Rheinische Post vom 08.09.2011

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| 18.48 Uhr: Leverkusen:

Schneeschieber sicherte den Holzhausener Zug:

Freibier für alle! Das Ehepaar Kotterheidt im Fässchen- bzw. Kölschglas-Outfit.
FOTO: RPO BERICHT: Gabi Knops-Feiler
Holzhauser Zug
Leverkusen. Lützenkirchen Alles Hoffen und Bangen der Jecken hatte nichts genutzt: Als sie am Sonntagmorgen aus dem Fenster blickten, war alles weiß verschneit. Damit beim kleinsten aller fünf Leverkusener Karnevalszüge in Holzhausen aber nicht nur Schneeflocken, sondern auch Kamelle, Strüßjer und Schokolade vom Himmel fallen konnten, musste der Zugweg erstmal geräumt werden. Denn für die „Freunde des Holzhausener Karnevals“ und die Verantwortlichen vom Werbering Lützenkirchen stand fest: „Wir lassen den Zoch doch nicht ausfallen!“

So begannen Udo Schäfer (Firma Wette) und Klaus Heidkamp bereits um 10 Uhr, die Straßen zwischen Sportplatz und Sperberweg erst mit einem Schneeschieber zu räumen und dann mit Sand abzustreuen. „Notfalls hätten wir auch mit der Schippe gearbeitet“, erklärte „Piffi“, ein Urgewächs der Alte Herren des SSV Lützenkirchen. Als um 12 Uhr die ersten Teilnehmer eintrafen, waren alle Vorbereitungen erledigt. Wie vorgesehen, konnte sich der jecke Tross, angeführt von Zugleiter Bernd Lorenz, pünktlich um 14.11 Uhr zum 19. Mal in Bewegung setzen.

„Immer doller, immer schöner“

Mehrere tausend Zuschauer standen derart dicht gedrängt am Zugweg, dass es für die rund 320 Teilnehmer, aufgeteilt in 19 Gruppen, kaum ein Durchkommen gab. „Es wird immer doller und immer schöner“, bemerkte Günther Ziegler am Wegesrand. Alleine eine Stunde verging, bevor die sieben starken Burschen das Prinzenmobil mit Seilen anziehen konnten. Sie hatten schwer zu schuften, denn mitsamt Aufbauten und Besatzung kamen bei dem umgebauten Golf 800 Kilogramm zusammen. Prinz Peter I., der sich das Motto „Ob groß, ob klein, ob alt, ob jung, Prinz Peter I. bringt ganz „Holzhuuse“ in Schwung“ ausgesucht hatte, genoss sichtlich das Bad in der närrischen Menge.

Schnäpschen und Frikadellen

Den Vortritt überließ er den vielen bunten Gruppen und Vereinigungen, die mit ihren Handkarren voller Süßigkeiten mehr standen als zogen. Unterwegs mussten sie bei Nachbarn immer wieder ein Frikadellchen essen oder ein Schnäpschen trinken. Eine Frau hatte sich vorsichtshalber einen Schutz in die Ohren gesteckt. Sie war der Meinung: „Selbst wenn die Kolonne steht, schreien die Leute ohne Unterlass nach Kamelle. Das ist dann so laut, dass ich es nur mit Ohrenstöpseln ertragen kann.“

Auf Werbetour zugunsten des Kunstrasenplatzes in der „Bruch-Arena“ ging unterdessen die Fußball-Jugend um Johann Heinrichs. Die „Vetternwirtschaft“ feierte ihr närrisches elfjähriges Jubiläum, Armin Kotterheidt und seine Kollegen beteiligten sich als „Upladhiner“-Kölsch. Die Ehrendorfgarde „Flotte Karotten“ um Wolfgang Helldörfer erfreute mit einer eigens für den Zug gegründeten, zwölfköpfigen Samba-Gruppe.
Quelle: RP

| 15.20 Uhr: Opladen:

Neue Senatoren im KOK:

KOK und die Neuen: Thomas Loef (v.l.), Georg Opwis, Senatspräsident Toni Blankerts, Reinhard Buchhorn, Stefan Ohlig, Armin Kotterheidt junior und Präsident Uwe Krautmacher. FOTO: RPO
Senatorenernennung KOKOpladen. Gleich fünf neue Senatoren konnte das Komitee Opladener Karneval nun vorstellen. Bei Upladhiner-Bier, Flönz, Fleischwurst und Brötchen erhielten Reinhard Buchhorn, Stefan Ohlig, Armin Kotterheidt junior und Georg Opwis im „Tresörchen“ ihre jecke Kopfbedeckung. Hans-Dieter Hennen wurde in Abwesenheit in seine neue Position eingeführt. Zwei der jecken Unterstützer treten dabei in die Fußstapfen ihrer Väter. Sowohl Armin Kotterheidt senior als auch Paul Ohlig waren auch KOK-Senatoren. Soviel Vorbelastungen konnte Buchhorn nicht vorweisen.

Immerhin aber ist der neue Leverkusener Oberbürgermeister in der Session geboren (14. November 1946) und noch dazu „ein junger Hüpfer“ und „absoluter Glücksgriff“, wie Senatspräsident Toni Blankerts feststellte. Hennen ist Tiefbauunternehmer und gelernter Vermessungstechniker. Opwis, gebürtig aus dem niederrheinischen Kevelaer (Blankerts: „Eine karnevalistische Hochburg“) und seit 1965 in Opladen wohnhaft, kam als langjähriger Gast der KOK-Sitzungen auf den Geschmack. „Ausnahmslos tolle Verstärkungen“, befand der Senatspräsident.
Quelle: RP

Kölner Stadtanzeiger vom 04. November 2008 / 00:00 Uhr

Als Bierkenner bekannt: Kotterheidt stirbt 72-jährig

Armin Kotterheidt sen. +2008

Armin Kotterheidt sen. +2008

Opladen – Im Alter von 72 Jahren ist am vergangenen Sonntag Armin Kotterheidt nach schwerer Krankheit gestorben. Der weit über seinen Stadtteil hinaus bekannte Getränkehändler hatte als junger Mann zunächst 15 Jahre lang als Reiseleiter für das Reisebüro Herweg gearbeitet und sich dann mit einem Kiosk am alten Opladener Busbahnhof selbständig gemacht.

Den wegen seiner frühmorgendlichen Öffnungszeiten bei allen Nachtschwärmern beliebten Treffpunkt betrieb Kotterheidt bis 1986, dann eröffnete er an der Dohrgasse in Holzhausen einen Vertrieb für ebenso ausgefallene wie ausgesuchte Biersorten. Dort feierte er auch – anfangs im kleinen Kreis, später mit bis zu 600 Gästen, alljährlich am 27. Januar den Geburtstag von Kaiser Wilhelm II.. Dabei war Armin Kotterheidt aber keineswegs ein Ewiggestriger.

Vielmehr bemühte er sich jahrzehntelang um die Völkerverständigung, reiste oft nach Russland und kümmerte sich um Not leidende, vor allem kranke Kinder in der ehemaligen Sowjetunion. Zu diesem Zweck beherbergte er bei sich zu Hause auch mehrfach russische Ärzte, die sich in Deutschland weiterbilden ließen. Für dieses Engagement wurde der praktizierende Protestant 2001 mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet und im April 2006 von Erzbischof Longin, dem Vertreter des Moskauer Patriarchats in Westeuropa, bei einem ökumenischen Gottesdienst geehrt. (hz)

– Quelle: http://www.ksta.de/13584260 ©2016

| 22.10 Uhr: Leverkusen:

Böen fegten mit 96 km/h durch Leverkusen:

Der Sturm kam kurz und heftig: Gestern gegen 20 Uhr packten Böen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 96 km/h (Messpunkt: Fixheide) Bäume, drehten sie und brachten zahlreiche Stämme zu Fall. Bis Redaktionsschluss meldete die Feuerwehr rund 20 Einsätze. Es gab keine Verletzten.

In Rheindorf fiel an der Baumberger Straße ein Baum mitten auf ein Auto. In Wiesdorf wurde ein Pkw von einem dicken Ast getroffen. In Lützenkirchen gab es neben umgestürzten Bäumen auch einen abgeknickten Fahnenmast: vor Getränke Armin Kotterheidt.

Einige umgestürzte Bäume sorgten für Straßensperren. Auf der B 51, nahe Haltestelle der Linie 4 „Nittumer Weg“, musste die Feuerwehr Lützenkirchen einen Baum zur Seite ziehen und zerlegen. Die Straße war über eine halbe Stunde gesperrt. Auf der anderen Seite der Waldsiedlung war die Bensberger Straße nahe Scherfenbrand durch eine umgestürzte Birke blockiert. Sägearbeit für die Feuerwehrleute gab es zudem in Alkenrath an der Katholischen Kirche und an der A1.

Von Ulrich Schütz und Uwe Miserius

Quelle: RP

| 16.27 Uhr: Leverkusen:

Wer in alten Chroniken der Neustadtfunken blättert, wird in glückliche Opladener Kreisstadtzeiten versetzt:

Leverkusen. 1968 bot sich noch das OKA (Opladener Kaufhaus) als beliebtes Einkaufsziel an.

An der Schlebuscher Straße existierte noch das Autohaus „Schröder & Frey“. Der Bierverlag Karl Kasel warb für „Hitdorfer Pils“, und die „Städtische Sparkasse Opladen“ ließ sich unter der kurzen „Fernsprechnummer“ 3031 erreichen. Zu dieser Zeit amtierte noch Lothar Rückert (ein Vorfahr von Prinz Ulof I. Rückert) als KOK-Präsident, und Willi Kopp führte die Neustadtfunken als Vorsitzender. Armin Kotterheidt bot im Busbahnhof-Pavillon den 64er Mosel-Liebeskummer zu 2,25 D-Mark an. Und die legendären „Theo Kuhl und Frau“ führten „Opladens neues Stadthallenrestaurant“. Es gab schon Radio Winzen, das Reisebüro Herweg, die Schreinerei Wilhelm Reuker und das älteste Opladener Miedergeschäft – Christ.

Bis 2002 präsentierte sich der Vorstand der KG Neustadtfunken selbst an Karneval ziemlich trist. Vorsitzender und Kollegen traten immer im schwarzen Anzug, auch „Beerdigungsanzug genannt, auf. Ex-Vorsitzender Bernd Miesen erklärt: „Im Gründungsjahr 1928 fehlte das Geld für eine Uniform. Aber: Für Hochzeiten und Beerdigungen hatte jeder einen schwarzen Anzug im Schrank hängen.“ Die Neustadtfunken brachen nach 74 Jahren diese Anzugsordnung und verordneten dem Vorstand eine rotweiße Uniform. Passt tatsächlich viel besser zum bunten Karnevalstreiben und zu den Uniformen der Tanzcorps.
Quelle: RP

RP vom 07.04.2006: Bericht von Siegrid Fuisting

Von der Oma hat er nicht nur das Beten:

Bild: Uwe Miserius

Bild: Uwe Miserius

Seine Markenzeichen sind nicht nur „Upladhiner“-Kölsch und „Kaiser-Wilhelm“-Pils. Der Lützenkirchener Bierspezialitätenhändler Armin Kotterheidt pflegt eine sehr soziale Seite – und bekommt dafür eine weitere Auszeichnung.

Das Tor vor der Bierhandlung auf dem kleinen Platz am Ende der Dohrgasse ist geöffnet. Gelächter schallt dem Besucher entgegen. Armin Kotterheidt steht hinter der Verkaufstheke und schlägt gerade ein dickes Buch zu. „Witze“ steht fett auf dem Einband. „Ich lese gern“, sagt er zur Begrüßung, „nicht nur Witze, vor allem Lebenshilfe-Bücher, zum Beispiel ‚Wie man Freunde gewinnt‘.“ Von denen hat der 70-jährige Kaufmann aus Lützenkirchen „viele gute“, wie er betont, auch aus der ehemaligen Sowjetunion. Das habe mit seiner Oma Maria zu tun. „Sie hat mir früher so viel Schönes über Russland erzählt, dass ich mich seitdem auch für die Menschen dort interessiere“, erklärt der gebürtige Opladener. Schon als kleiner Junge träumte er von einer Reise nach Moskau. Doch bis es dazu kam, sind Jahre vergangen.

Als junger Mann tingelte Armin Kotterheidt durch deutsche und europäische Lande. Er war 15 Jahre lang Reiseleiter bei Herweg. „Eine herrliche Zeit“, schwärmt er. Mit Familien, Kind und Kegel sei er in den 50er Jahren, als nur wenige Menschen ein Auto besaßen, regelmäßig im Bus nach Amsterdam oder zum Münchner Oktoberfest und mindestens 13 Mal zur Brüsseler Weltausstellung gefahren. „Wie oft hat mir der alte Josef Herweg einen Zehn-Mark-Schein in die Hand gedrückt, wenn seine Kunden zufrieden mit mir waren“, erinnert er sich.

Er habe klein angefangen, erzählt der Bierspezialitäten-Händler. Viele Jahre habe er mit seiner mittlerweile geschiedenen Frau Rosemarie den kleinen Kiosk (mit Gaststube) am Busbahnhof betrieben. „Das lief anfangs gut. Wir haben am Tag 300 Bild-Zeitungen verkauft“, weiß Kotterheidt noch. Später, als der Busbahnhof verlegt wurde, sei das Geschäft allerdings immer schlechter gegangen. „Ich hielt den Laden noch bis 1986 am Laufen – für meinen Jungen“, sagt er. Der 1964 geborene gleichnamige Sohn Armin sollte den Kiosk übernehmen. Zwischenzeitlich hatte der Vater die dänische Generalvertretung für Tuborg-Biere im Rhein-Wupper-Kreis übernommen und sein Biersortiment erweitert, so dass er schon 1973 den Bierhandel (anfangs nur für die Gastronomie) in der Garage auf dem Grundstück in der Dohrgasse starten konnte. Später wurde um- und ausgebaut. Heute handelt er mit 80 bis 100 Biersorten. Sie stammen aus überwiegend kleinen und mittelständischen Brauereien – „wo der liebe Gott noch mitbraut, weil über jedem Sudkessel ein Kruzifix hängt“, schmunzelt er und räumt freimütig ein, dass er „streng evangelisch“ sei. Von der Oma und in der Schule – er besuchte die Evangelische Volksschule an der Herzogstraße – habe er das Beten und „alles fürs Leben“ gelernt. Kotterheidt schließt die Ladentür hinter der Kundin zu, die sich gerade mit den beiden eigenen Hausmarken, „Upladhiner“-Kölsch und „Kaiser Wilhelm II“-Pils, eingedeckt hat.

„Mit dem kaiserlichen Bier stoßen wir immer zu Kaisers Geburtstag an“, erzählt der Kaufmann, der zu den Gründern der Opladener Bierbörse gehört und 1992 zum 1. Opladener Bierkönig gekrönt wurde. „Dabei trinke ich selten Bier, sondern viel lieber Wein“, verrät er. Jedes Jahr am 27. Januar werde bei ihm mit Freunden und Kunden Kaisers Geburtstag gefeiert, „zünftig mit Blaskapelle und dem Männergesangverein“, sagt er. „Anfangs saßen wir nur zu Sechs im Wohnzimmer“, heute, nach 20 Jahren, kämen an die 600 Gäste. „Es ist vielleicht ein bisschen bekloppt“, lacht der Händler, „aber doch immer schön“. Auch an dieser „Schnapsidee“, Kaisers Geburtstag zu feiern, habe die Oma mitgewirkt, indem sie die Tradition aus ihrer Jugendzeit einfach auf ihren Enkel übertrug. Der damalige Chef des Hauses Hohenzollern, Louis Ferdinand, habe sich sogar einmal in einem Telegramm für „die Verdienste um die Pflege des Ansehens des letzten regierenden Hohenzollern“ bedankt, sagt Kotterheidt stolz. „Wir sammeln auch immer für „meine Kinder“, meint er. Im vergangenen Jahr seien allein zu Kaisers Geburtstag 600 Euro zusammengekommen, und in der Sammeldose im Geschäft stecken am Jahresende oft an die 1000 Euro.

Seit 1989 kümmert sich Armin Kotterheidt, selbst Vater und stolzer Großvater von zwei Enkeln, um Not leidende, vor allem krebskranke Kinder in der ehemaligen Sowjetunion. Ein verwaistes und schwerbehindertes Kind aus Tschernobyl hat er beispielsweise an eine deutsche Pflegemutter vermittelt. Andere Kinder hat er zur Erholung ebenso beherbergt wie russische Ärzte, die sich in Deutschland weitergebildet haben. Sie luden ihn später einmal zu sich nach Moskau ein. Für sein soziales Engagement erhielt Armin Kotterheidt 2001 den Bundesverdienstorden. Jetzt erhält er eine Auszeichnung von der Russisch-Orthodoxen Kirche. „Man muss das Gute tun, damit es in der Welt ist“, zitiert Armin Kotterheidt seine Lieblingsdichterin Marie von Ebner-Eschenbach. Der gläubige Protestant trägt diese Weisheit nicht nur auf der Zunge, sondern lebt sie auch.